Welche Scheidungsarten gibt es?

Durch die Corona-Krise hat sich das Familienleben für viele massiv verändert. Man „pickt“ aneinander und die Nähe sorgt oftmals zu Spannungen zwischen Partnern. Manchen wird bewusst, dass die Beziehung einfach nicht mehr passt.

Am liebsten möchte man gleich einen Schlussstrich ziehen, aber durch eine Scheidung wird nicht nur eine Beziehung beendet, es kommt zu einer Neuordnung der eigenen (wirtschaftlichen) Lebensverhältnisse.

Bei der Scheidung unterscheidet man im Allgemeinen zwischen der strittigen und der einvernehmlichen Scheidung. Die einvernehmliche Scheidung ist die schnellste und wohl kostengünstigste Art der Scheidung. Die große Mehrzahl der Ehen wird daher in der Praxis einvernehmlich geschieden. Die Umstellung auf eine einvernehmliche Scheidung ist auch noch möglich, wenn zunächst eine Scheidungsklage erhoben wurde. Was sind nun die allgemeinen Voraussetzungen für eine Scheidung im Einvernehmen? Zunächst ist das Einvernehmen darüber erforderlich, dass die Ehe nach § 55 a EheG geschieden werden soll. Die Erklärung des Einvernehmens ist die Ausübung eines höchstpersönlichen Rechts, wofür Entscheidungsfähigkeit des Ehegatten erforderlich ist; deren Fehlen kann weder durch einen Erwachsenenvertreter noch durch das Pflegschaftsgericht ersetzt werden. Zudem muss die eheliche Lebensgemeinschaft seit mindestens einem halben Jahr aufgehoben und zerrüttet sein. Ferner muss dem Gericht eine sogenannte Scheidungsfolgenvereinbarung vorgelegt werden, welche folgende Regelungen enthalten muss: bei gemeinsamen Kindern Regelungen zur Obsorge, zum Hauptaufenthaltsort, Kontaktrecht und Kindesunterhalt sowie Regelungen zum Ehegattenunterhalt und zur Aufteilung der ehelichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (§ 55a Abs 2 EheG).

Da eine Trennung vom ehemals geliebten Partner schon Belastung genug ist, empfiehlt sich die Lösung durch eine einvernehmliche Scheidung, wobei eine einvernehmliche Scheidung gut vorbereitet sein soll. Es wird das zukünftige Leben von zumindest zwei Personen umgestaltet.

Während der Corona-Maßnahmen durch Isolation kommt es unumstritten zu einer Zunahme von häuslicher Gewalt. Wegweisungen und Betretungsverbote werden weiterhin ausgesprochen.

Wir unterstützen Sie bei familienrechtlichen Fragen, stehen Ihnen zur Erarbeitung einvernehmlicher Lösungen zur Verfügung und Verfassen die notwendigen Eingaben an das Gericht.


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